
Die Krankenhauspläne der Mühlenkreiskliniken sind teuer, zumindest in Lübbecke umstritten und für Bad Oeynhausen noch immer eine offene Rechnung. 508 Millionen Euro will der Kreis in die Neuordnung seiner Klinikstandorte stecken, eine der größten Krankenhausinvestitionen in Nordrhein-Westfalen. Zwei Wochen bevor der Kreistag am 14. September den Baubeschluss fassen soll, stellt sich Landrat Ali Doğan den Fragen der Neuen Westfälischen.
Dabei begann alles in Bad Oeynhausen. Ursprünglich planten die Mühlenkreiskliniken hier einen großen Neubau, der die Auguste-Viktoria-Klinik und das Krankenhaus zusammenführen sollte. Aus diesem Projekt wurde nichts und plötzlich wollte oder musste der Kreis auch im Lübbecker Land tätig werden. Was als Aufwertung Bad Oeynhausens gedacht war, ist heute Teil eines Pakets, dessen Kosten und Folgen die ganze Region betreffen. Für Bad Oeynhausen bleibt die Frage, was von der einstigen Vorrangstellung übrig ist. Die AVK und das Krankenhaus an der Wielandstraße sollen zusammenwachsen. Kritiker sprechen von einem „Krankenhäuschen“, das als Anbau der Auguste-Viktoria-Klinik geplant ist. Stimmt das und was werden die Mühlenkreiskliniken am eigentlichen Gesundheitsstandort des Kreises zukünftig noch vorhalten? Wie sicher ist die Finanzierung, wenn die Baukosten weiter steigen? Und was geschieht, wenn der Kreistag im September anders entscheidet?
Landrat Ali Doğan hält die Projekte für gut finanzierbar und warnt davor, den Beschluss zu verschieben. Kritiker sehen erhebliche finanzielle Risiken.
NW-Redakteur Thorsten Gödecker fragt nach, wo Zusagen belastbar sind.