
Als kleiner Junge sang ich im Thomanerchor
Den Leuten Lieder in der Kirche vor
Mein Lehrer war Johann Sebastian Bach
Meistens ging es um Jesus
(Halleluja)
Um Jesus geht es auf KOMPASS, dem neuen Album von Prinzen-Frontmann Sebastian Krumbiegel, mal wieder nicht. Dafür etwa um Elon Musks Steuererklärung, den kleinen Prinzen, dass 2+2 = 5 ist, warum man trotz allem keine Angst haben und lieber von einer besseren Welt träumen sollte, und es geht um Musik. Um mehr Musik. Wie man es von Sebastian Krumbiegel erwartet, bestechen die neuen Songs durch großartige Melodien, gewagte Harmonien und gigantische Chöre. Sebastian Krumbiegel ist einer, der singen und spielen kann, einer, der bei den ganz Großen (Bach, Beatles, Queen) in die Lehre gegangen ist, und er ist einer, dem es gelingt, das Schwere künstlerisch leicht zu machen. KOMPASS entstand im Laufe des letzten Jahres mithilfe befreundeter Musiker und Musikerinnen. Das Album ist ein musikalischer Silberstreif am Horizont.
Sebastian Krumbiegel liebt es, Songs zu schreiben und live zu spielen. Und er liebt es, vor, während und nach den Auftritten sein Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern sich auch mit seinem Publikum zu unterhalten. Und nach und nach kristallisierte sich in seinen Gesprächen heraus, dass eben jenes Publikum in unseren schweren Zeiten nach positiven Liedern verlangte. So gesehen war das hoch geschätzte Publikum der KOMPASS für die Songauswahl des vorliegenden Albums. Krumbiegel ist einer, der glaubt. Er glaubt an die Kraft der Kunst, an die Möglichkeit der Veränderung zum Besseren, und seine Songs handeln genau von diesem Glauben. Er erinnert daran, den Traum von einer anderen, harmonischeren Welt nicht zu vergessen. Und das gelingt ihm ohne Kitsch. Dafür mit Humor, viel Humor. Auch musikalisch ist KOMPASS ein optimistisches Album, ein optimistisches Album, aber ohne Augenwischerei.
Foto: Geboren Wustmann